Halbzeit: Das ändert sich zum 1. Juli 2017

Seit dem 1. Juli sind einige wichtige Gesetze und Neuregelungen für die Bürger in Kraft getreten:

Flexirente

Der Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand soll flexibler gestaltet und das Weiterarbeiten im Rentenalter attraktiver werden. Neu: Wer in Frührente geht, darf jährlich bis zu 6.300 Euro abgabenfrei hinzuverdienen. Die bisherige Grenze von 450 Euro pro Monat entfällt. Sobald die Regelaltersgrenze erreicht ist, darf man unbegrenzt hinzuverdienen und zwar ohne Rentenkürzung. Rente und Job sollen künftig flexibel kombinierbar sein. Deshalb können Rentner auch weiter arbeiten. Allerdings müssen sie dann auch Rentenbeiträge zahlen, wodurch die Rentenpunkte steigen. Auch der Arbeitgeberbeitrag wird dem Konto des Versicherten zugeschlagen.

Steigende Renten

Alle Rentner (ca. 20 Mio) bekommen ab. 1. Juli mehr Geld. In Westdeutschland steigen die Bezüge um 1,9 Prozent, in den neuen Ländern um 3,59 Prozent. Hintergrund: Der Rentenwert wurde von 30,45€ auf 31,03€ (West) bzw. von 28,66€ auf 29,69€ (Ost) angehoben. Für die Berechnung der Rente werden die individuellen Rentenpunkte jeweils mit dem aktuellen Rentenwert multipliziert. Auch für alle Versicherten, die noch arbeiten, erhöhen sich auf diese Weise die Rentenanwart-schaften.

Neuregelungen beim Unterhaltsvorschuss

Auch beim Unterhaltsvorschuss gibt´s Änderungen. Der Unterhaltsvorschuss ist Geld, das der Staat zahlt, wenn ein Elternteil keinen oder nur wenig Unterhalt zahlt. Bisher bekommt man diese Leistung nur für Kinder bis zwölf Jahre - höchstens aber sechs Jahre lang. Ab 1. Juli zahlt der Staat für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, die maximale Bezugsdauer von 72 Monaten entfällt. Es gelten folgende Unterhaltsvorschussbeträge:

bis zum 6. Geburtstag: 150 Euro, bis zum 12. Geburtstag: 201 Euro, bis zum 18. Geburtstag: 268 Euro

Kinder ab zwölf Jahre erhalten den Vorschuss aber nur, wenn sie nicht auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind oder der alleinerziehende Elternteil zwar Hartz-IV-Leistungen bekommt, aber ein Einkommen von mindestens 600 Euro erzielt.

Höhere Pfändungsfreigrenzen

Ab dem 1. Juli 2017 können Schuldner mit regelmäßigem Einkommen ein Plus in ihrer Haushaltskasse verbuchen: Die Pfändungsfreigrenzen werden um gut 5,5 Prozent erhöht.

Die neue Pfändungstabelle erfasst alle Arbeitseinkommen und pfändbaren Sozialleistungen, die nach dem 1. Juli 2017 zur Auszahlung gelangen. Bei einer Pfändung von Einkommen auf der untersten Stufe liegt der Freibetrag ab dem 1.Juli bei 1.139,99 Euro, beim Pfändungsschutzkonto sind künftig 1.133,80 Euro geschützt. Bisher war der 3.292,09 Euro übersteigende Betrag voll pfändbar. Diese Grenze steigt auf 3.475,79 Euro.

Die neuen Pfändungsfreigrenzen gelten ohne Übergangsregelung und müssen automatisch sowohl von Arbeitgebern bei Lohnpfändungen und Lohnabtretungen als auch von Kreditinstituten bei einem Pfändungsschutzkonto beachtet und umgehend eingeräumt werden. Per Gericht oder Vollstreckungsstelle öffentlicher Gläubiger festgesetzte individuelle Freibeträge muss der Schuldner selber ändern lassen.

Prepaid-SIM-Karten nur gegen Ausweis

Seit dem 1. Juli gilt beim Kauf einer eine Prepaidkarte für das Mobiltelefon Ausweispflicht. Die bisherigen Pflichtangaben wie Name, Adresse und Geburtsdatum reichen nicht mehr. Das sieht die Neufassung eines Paragrafen des Telekommunikationsgesetzes vor. Die Maßnahme soll den internationalen Informationsaustausch beim Kampf gegen den Terrorismus erleichtern. Kriminelle sollen nicht mehr mit Hilfe von Prepaid-SIM-Karten unentdeckt kommunizieren können

Weniger Zuzahlung bei Medikamenten

Patienten können ab 1. Juli von Zuzahlungen bei preisgünstigen Arzneien befreit werden. Dies ist möglich, wenn der Arzt dem Versicherten Präparate verschreibt, deren Preise mindestens 30 Prozent unter den von den gesetzlichen Krankenkassen bestimmten Festbeträgen liegen. Bislang müssen Patienten pro Arzneimittel zwischen fünf und zehn Euro zuzahlen

Video-Sprechstunde Teil der Regelversorgung

Die Videosprechstunde gehört ab 1. Juli zur vertragsärztlichen Regelversorgung, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird. Patienten können - sofern ihr Arzt das anbietet - sowohl bei Besprechungsterminen als auch bei Kontroll- und Nachsorgeterminen auf den Praxisbesuch verzichten. Stattdessen können Sie mit dem Arzt bequem von zu Hause aus via Internet sprechen

FWD - NEWS / Aktuelles:

Halbzeit: Das ändert sich zum 1. Juli 2017

Seit dem 1. Juli sind einige wichtige Gesetze und Neuregelungen für die Bürger in Kraft getreten:

Flexirente

Der Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand soll flexibler gestaltet und das Weiterarbeiten im Rentenalter attraktiver werden. Neu: Wer in Frührente geht, darf jährlich bis zu 6.300 Euro abgabenfrei hinzuverdienen. Die bisherige Grenze von 450 Euro pro Monat entfällt. Sobald die Regelaltersgrenze erreicht ist, darf man unbegrenzt hinzuverdienen und zwar ohne Rentenkürzung. Rente und Job sollen künftig flexibel kombinierbar sein. Deshalb können Rentner auch weiter arbeiten. Allerdings müssen sie dann auch Rentenbeiträge zahlen, wodurch die Rentenpunkte steigen. Auch der Arbeitgeberbeitrag wird dem Konto des Versicherten zugeschlagen.

Steigende Renten

Alle Rentner (ca. 20 Mio) bekommen ab. 1. Juli mehr Geld. In Westdeutschland steigen die Bezüge um 1,9 Prozent, in den neuen Ländern um 3,59 Prozent. Hintergrund: Der Rentenwert wurde von 30,45€ auf 31,03€ (West) bzw. von 28,66€ auf 29,69€ (Ost) angehoben. Für die Berechnung der Rente werden die individuellen Rentenpunkte jeweils mit dem aktuellen Rentenwert multipliziert. Auch für alle Versicherten, die noch arbeiten, erhöhen sich auf diese Weise die Rentenanwart-schaften.

Neuregelungen beim Unterhaltsvorschuss

Auch beim Unterhaltsvorschuss gibt´s Änderungen. Der Unterhaltsvorschuss ist Geld, das der Staat zahlt, wenn ein Elternteil keinen oder nur wenig Unterhalt zahlt. Bisher bekommt man diese Leistung nur für Kinder bis zwölf Jahre - höchstens aber sechs Jahre lang. Ab 1. Juli zahlt der Staat für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, die maximale Bezugsdauer von 72 Monaten entfällt. Es gelten folgende Unterhaltsvorschussbeträge:

bis zum 6. Geburtstag: 150 Euro, bis zum 12. Geburtstag: 201 Euro, bis zum 18. Geburtstag: 268 Euro

Kinder ab zwölf Jahre erhalten den Vorschuss aber nur, wenn sie nicht auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind oder der alleinerziehende Elternteil zwar Hartz-IV-Leistungen bekommt, aber ein Einkommen von mindestens 600 Euro erzielt.

Höhere Pfändungsfreigrenzen

Ab dem 1. Juli 2017 können Schuldner mit regelmäßigem Einkommen ein Plus in ihrer Haushaltskasse verbuchen: Die Pfändungsfreigrenzen werden um gut 5,5 Prozent erhöht.

Die neue Pfändungstabelle erfasst alle Arbeitseinkommen und pfändbaren Sozialleistungen, die nach dem 1. Juli 2017 zur Auszahlung gelangen. Bei einer Pfändung von Einkommen auf der untersten Stufe liegt der Freibetrag ab dem 1.Juli bei 1.139,99 Euro, beim Pfändungsschutzkonto sind künftig 1.133,80 Euro geschützt. Bisher war der 3.292,09 Euro übersteigende Betrag voll pfändbar. Diese Grenze steigt auf 3.475,79 Euro.

Die neuen Pfändungsfreigrenzen gelten ohne Übergangsregelung und müssen automatisch sowohl von Arbeitgebern bei Lohnpfändungen und Lohnabtretungen als auch von Kreditinstituten bei einem Pfändungsschutzkonto beachtet und umgehend eingeräumt werden. Per Gericht oder Vollstreckungsstelle öffentlicher Gläubiger festgesetzte individuelle Freibeträge muss der Schuldner selber ändern lassen.

Prepaid-SIM-Karten nur gegen Ausweis

Seit dem 1. Juli gilt beim Kauf einer eine Prepaidkarte für das Mobiltelefon Ausweispflicht. Die bisherigen Pflichtangaben wie Name, Adresse und Geburtsdatum reichen nicht mehr. Das sieht die Neufassung eines Paragrafen des Telekommunikationsgesetzes vor. Die Maßnahme soll den internationalen Informationsaustausch beim Kampf gegen den Terrorismus erleichtern. Kriminelle sollen nicht mehr mit Hilfe von Prepaid-SIM-Karten unentdeckt kommunizieren können

Weniger Zuzahlung bei Medikamenten

Patienten können ab 1. Juli von Zuzahlungen bei preisgünstigen Arzneien befreit werden. Dies ist möglich, wenn der Arzt dem Versicherten Präparate verschreibt, deren Preise mindestens 30 Prozent unter den von den gesetzlichen Krankenkassen bestimmten Festbeträgen liegen. Bislang müssen Patienten pro Arzneimittel zwischen fünf und zehn Euro zuzahlen

Video-Sprechstunde Teil der Regelversorgung

Die Videosprechstunde gehört ab 1. Juli zur vertragsärztlichen Regelversorgung, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird. Patienten können - sofern ihr Arzt das anbietet - sowohl bei Besprechungsterminen als auch bei Kontroll- und Nachsorgeterminen auf den Praxisbesuch verzichten. Stattdessen können Sie mit dem Arzt bequem von zu Hause aus via Internet sprechen